Das Element von UNISAN ist Wasser.
Wos sunnst? Egal ob in Form von Trinkwasser, zum Duschen oder im Pool – es begleitet uns jeden Tag und hat eine unverzichtbare Bedeutung. Genau deshalb sorgen wir als „Wasserprofis“ dafür, diese wertvolle Ressource zu schützen und ihren Einsatz und Verbrauch zu optimieren. Die Verfügbarkeit von sauberem Trinkwasser ist eine grundlegende Voraussetzung für die Gesundheit der Menschen.

Leider ist Wasserknappheit in vielen Teilen der Welt bereits ein ernsthaftes Problem und für kommende Generationen ist es entscheidend, verantwortungsbewusst mit Wasserressourcen umzugehen. Das bedeutet, Wasser effizient zu nutzen, Verschmutzung zu minimieren und nachhaltige Wasserbewirtschaftungspraktiken zu fördern. Die nachhaltige Nutzung und der Schutz von Wasserressourcen sind von entscheidender Bedeutung, damit wir kommenden Generationen eine lebenswerte Umwelt hinterlassen. Wir von Unisan tragen unseren Teil dazu bei, wos sunnst?
Trinkwasser und Hygiene
„DASS ZUM ZWECKE WASSER FLIESSE …“
Eine Handbewegung genügt und schon füllt sich die Wanne mit Warmwasser höchster Qualität. Was Goethe einst zu magischen Versen inspirierte, ist längst Haustechnikstandard. Doch was ist nötig, damit die Qualität des Trinkwassers im Haus erhalten bleibt? Welche Rolle spielen Legionellen? Wie sieht die Zukunft der Trinkwasserversorgung aus? Und redet die KI bereits ein Wörtchen mit? Ein Expertentalk mit Ing. Anton Berger, dem Bundesinnungsmeister-Stv. der Sanitär-, Heizungs- und Lüftungstechniker.
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Lieber Anton, das Trinkwasser in Österreich wird fast zu 100 % aus Grund- und Quellwasser gewonnen und frei Haus geliefert. Für viele ist das eine Selbstverständlichkeit. Wie siehst du das?
Ing. Anton Berger: Unser österreichisches Trinkwasser ist ein exzellentes Lebensmittel und im internationalen Vergleich einzigartig. Es ist das Lebensmittel mit den höchsten Hygieneansprüchen. Deshalb müssen wir auch großes Augenmerk auf den Erhalt und den Schutz des Wassers legen. Dass diese Qualität absolut nicht selbstverständlich ist, bemerkt man bei jeder Reise ins Ausland. Ich kenne kaum ein Land, in dem man so gutes Leitungswasser genießen kann wie in Österreich.
Leider hört man immer wieder von gesundheitsschädlichen Keimen wie z. B. Legionellen. Sind die in privaten Wohnhäusern überhaupt ein Thema?
AB: Unser Wasser ist naturbelassen und nicht chemisch aufbereitet bzw. chloriert. Das ist auch im internationalen Vergleich eine Besonderheit. Damit die Qualität des Wassers in den Leitungen erhalten bleibt, muss es daher in Bewegung sein. Der Wasseraustausch ist weitestgehend dafür ausschlaggebend, dass sich Keime nicht vermehren. Das ist auch der Grund dafür, weshalb das Wassersparen bei uns nicht immer der Weisheit letzter Schluss ist. Legionellen sind im privaten Wohnhaus kaum ein Thema, weil permanent Wasser durch die Leitungen strömt und entnommen wird. Bei Ferienhäusern, in denen das Wasser längere Zeit in den Leitungen gestanden ist, sollte man die Leitungen und Brauseköpfe vor der Inbetriebnahme immer ausreichend spülen. Die Wassertemperatur sollte dabei auf 60 °C oder mehr erhöht werden.
Klassische Warmwasserboiler gehören mittlerweile zu den Auslaufmodellen. Sie wurden und werden abgelöst von der hygienischen Warmwasserbereitung. Was versteht man denn darunter?
AB: Bei der hygienischen Warmwasserbereitung wird kaltes Trinkwasser im Durchlauf zu Warmwasser umgewandelt. Es wird innerhalb kürzester Zeit erwärmt und zum Verbrauchen bereitgestellt. Das Wasser wird nicht gebunkert wie zum Beispiel bei einem Boiler. Boiler mit mehreren Temperaturschichten sind ja oft wahre Brutstätten für Keime. Bei der hygienischen Warmwasserbereitung hingegen bleibt das Wasser so lange wie möglich kalt und wird erst im letzten Moment vor dem Verbrauch über einen Wärmetauscher erwärmt. Ist die Anlage vernünftig dimensioniert, gibt es aktuell keine energieeffizientere oder sparsamere Art der Warmwasserbereitung.
Worauf sollte man aus Hygieneaspekten noch achten?
AB: Für hygienisch einwandfreies Wasser ist es wichtig, dass die Trinkwasseranlage im Haus regelmäßig gereinigt, gewartet und in Schuss gehalten wird. Das wird allerdings oft vergessen. Immer wieder komme ich in Privathäuser mit komplett verschmutzten Wasserfiltern und Anlagen, die jahrelang, manchmal sogar jahrzehntelang nicht serviciert wurden. Wenn man sich dann vor Augen hält, dass dieses Wasser getrunken wird … Dabei sind die Wartungsarbeiten sehr schnell erledigt und das Wasser kann wieder ungehindert fließen. Tipps dazu siehe Kasten >
Du meintest vorhin, Wassersparen ist nicht immer der Weisheit letzter Schluss. Wo siehst du Potenzial zum Wassersparen?
AB: Ich finde, man muss differenzieren, weil Wassersparen nicht gleich Wassersparen ist. Auf Wasser als Lebensmittel müssen wir spezielles Augenmerk legen. Wir müssen es aus Hygieneaspekten im Fluss halten, trotzdem sparsam verwenden und sinnvoll in den Kreislauf zurückfließen lassen. Zum Gartengießen beispielsweise können wir aber genauso gut gesammeltes Regenwasser nutzen. Sehr hohes Einsparpotenzial sehe ich allerdings in der Industrie, wo oft Unmengen an Prozesswasser gebraucht werden, die auch mit aufbereitetem Grauwasser abgedeckt werden können.
Gebäude mit Niedertemperaturheizungen (z. B. Wärmepumpen) und Vorlauftemperaturen von 30–35 °C gehören heute zum Standard. Für die Warmwasserbereitung benötigt man aber Temperaturen von 55 bis 70 °C. Wie schafft man das technisch und wirtschaftlich sinnvoll?
AB: Das klingt zwar zunächst widersprüchlich, ist es aber nicht. Mit einem zentralen Frischwassermodul funktioniert das zum Beispiel sehr gut. Man muss sich heute zunehmend von dem Gedanken lösen, dass ein einzelnes Haustechniksystem alles abdecken kann. Kein System kann alles perfekt. Auch die Heizung muss nicht direkt mit der Warmwasserbereitung gekoppelt sein. Am Schluss muss es einen technischen Mix geben, der in Summe das Optimum bietet. Dafür braucht es natürlich viel Know-how und die Ingenieursleistung bekommt mehr Gewicht.
Hast du eine bevorzugte Technologie, wenn es um die Warmwasserbereitung geht?
AB: Meiner Meinung nach ist die bestmögliche Technologie zur hygienischen Warmwasserbereitung die thermische Solaranlage, gepaart mit einer Biomasseheizung oder einer Wärmepumpe. Auch hier macht es der Mix aus. Eine thermische Solaranlage ist die optimale Ergänzung zu praktisch jedem Heizsystem. Auch wenn die Energie von einer Photovoltaikanlage flexibler verwendet werden kann, bietet die thermische Solaranlage eine unschlagbare Effizienz. Und sie ist auch wirtschaftlich top. Wir installieren derzeit viele geförderte Solaranlagen, die sich bei jetzigen Energiepreisen innerhalb von vier Jahren amortisieren.
Werfen wir einen Blick in die Zukunft: Worauf müssen wir uns in Bezug auf die Trinkwasserversorgung in Privathäusern vorbereiten?
AB: Ich gehe davon aus, dass die Filterung des Wassers in Zukunft noch wichtiger sein wird als jetzt. Von der Filtration ist viel zu erwarten, auch dass wir potenziell gesundheitsschädliche Verunreinigungen wie zum Beispiel Mikroplastik aus dem Wasser rausbekommen. Ein weiteres Thema betrifft die steigenden Lufttemperaturen. Aufgrund des Klimawandels werden wir uns damit beschäftigen müssen, wie wir das Trinkwasser im Haus möglichst lange kühl halten können. Wir empfehlen also unbedingt, auch Kaltwasserleitungen zu isolieren.
Gibt es neue technische Entwicklungen, die du besonders interessant findest?
AB: Die Industrie forscht und entwickelt laufend zum Thema Effizienzsteigerung, gerade im Bereich der Biomasseheizungen und der Wärmepumpen. Auch die künstliche Intelligenz (KI) ist schon längst in den Haustechnikbereich eingezogen. Sie vernetzt, schafft Überblick und hat großes Potenzial. Die Frage, die sich dabei stellt, ist aber: Wie weit lassen wir die KI mitarbeiten? Ich denke, der Mensch sollte trotz allem die Oberhand behalten und sich nicht nur auf die KI verlassen.
Und worin siehst du aktuell die wichtigsten Herausforderungen?
AB: Wir brauchen mehr Offenheit gegenüber Alternativenergien. Ökologie und Ökonomie müssen in Kombination wirken. Insgesamt brauchen wir auch in Bezug auf das politisch motivierte Förderwesen eine bessere Planbarkeit – das gilt für Kunden genauso wie für Installationsbetriebe. Wenn wir dann noch kontinuierlich an der Verbesserung der Systeme arbeiten, ist der Weg ein guter.
Herzlichen Dank für das Gespräch!